Hormonelle Methoden

1) Die “Pille”

2 weibliche Geschlechtshormone (Östrogen u. Gelbkörperhormon) unterdrücken den Eisprung. Die Pille gibt es in 3 Formen:

  1. als Tablette, die täglich eingenommen wird;
  2. als Pflaster, das wöchentlich geklebt werden muss;
  3. als Scheidenring, der monatlich wie ein Tampon eingesetzt werden muss;

Vorteile:

  • sehr sicher (Pearl-Index: 0,1-0,9)
  • Wirkung gegen Regelschmerzen, starke Blutungen, Akne, Endometriose, Haarausfall,

Nachteile:

  • über Krampfadern, Migraine, hohen Blutdruck – Risiko für Lungeninfarkt, Schlaganfall, Herzinfarkt.
  • Gewichtszunahme, Ausbleiben der Regelblutung.
  • Genaue Einnahme!

2) Die “Minipille”

Gelbkörper-Hormon-Pille:

  1. kann in der Stillzeit verwendet werden.
  2. verringert die Durchlässigkeit des Gebärmutterhalsschleimpfropfes und den Eisprung

Pearl-Index: 0,4-3 u. 0,14-0,4

Vorteile:

  • weniger Risiko auf Krampfadern, Migraine und hohen Blutdruck.

Nachteile:

  • anfänglich unregelmäßige Blutungen, später Ausbleiben der Blutung;

3) Drei-Monats-Spritze

enthält nur ein Gelbkörperhormon in relativ hoher Dosierung; schlechte Steuerbarkeit – wirkt manchmal 1 Jahr lang;

derzeit sind 2 verschiedene Dosierungen erhältlich;

Pearl-Index: 0,2-0,5

Vorteile:

  • kein Einnahmeproblem

Nachteile:

  • anfänglich unregelmäßige Blutungen, später Ausbleiben der Blutungen
  • unreine Haut
  • Stimmung gedrückt

4) Hormon-Spirale – Mirena/Jaydess

enthält nur ein Gelbkörperhormon, das meist nur lokal auf die Gebärmutter wirkt und dort den Gebärmutterhals-Schleimpfropf für männliche Samenzellen undurchdringbar macht. Es kommt zu keiner Befruchtung und die Eierstöcke werden meist nicht unterdrückt.

Schützt vor aufsteigender Infektion; wirkt 5 Jahre(Mirena) – 3 Jahre (Jaydess)

Pearl-Index: 0,1

Vorteile:

  • geringe Hormonbelastung, kein Einnahmeproblem, keine Nachwirkung
  • wirkt gegen Regelschmerzen, gegen starke Blutungen

Nachteile:

  • Einsetzen und Entfernung kann schmerzhaft sein
  • anfänglich unregelmäßige Blutungen, später Ausbleiben der Blutungen
  • Gewichtszunahme, unreine Haut (Zystenbildung am Eierstock)

5) Hormonstäbchen – Implanon

enthält nur eine Gelbkörper-Hormon in mittlerer Dosierung; unterdrückt den Eisprung und macht den Gebärmutterhalsschleimpropf für Samen-Zellen undurchdringlich. Wirkt 3 Jahre.

Pearl-Index: unter 0,1

Vorteile:

  • sehr sicher
  • kein Einnahme-Problem
  • wird in den Oberarm in lokaler Betäubung eingesetzt

Nachteile:

  • teuer
  • häufig unregelmäßige Blutungen
  • das Entfernen ist manchmal schwierig

6) “Pille-danach”

2 Typen – hohe Hormondosis zur Verhinderung der Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle oder zur Lähmung der Eileiter-Beweglichkeit bzw. Verschiebung des Eisprungs.

Nicht-hormonelle Methoden

1) NFP – natürliche Familienplanung

Bestimmung der fruchtbaren Tage durch Temperaturmessung und Gebärmutterhalsschleimbeobachtung.

Vorteile:

  • keine Beeinflussung des Körpers

Nachteil:

  • sehr unsicher

Pearl-Index: 15-35

2) Persona

NFP mit Harnstreifen zur genaueren Bestimmung der fruchtbaren Tage

3) Condom

schützt auch vor der Übertragung von Geschlechts-Krankheiten; macht häufig die “Pille” danach notwendig.

Pearl-Index: 7-14

3) Samentötende Scheidenzäpfchen

Pearl-Index: 5-21

4) Kupfer-Spirale/Gold-Spirale: Intra-Uterin-Pessar (IUP)

besteht aus Kunststoff und Metall (Kupfer, Silber,Gold); wirkt einerseits über die Verhinderung der Einnistung einer bereits befruchteten Eizelle und/oder Hemmung der Beweglichkeit der männlichen Samenzellen; wirkt 3-5 Jahre;

Pearl-Index: 0,5-3

Vorteil:

  • keine hormonelle Verhütung
  • keine Gewichtszunahme

Nachteil:

  • Art der Verhütung
  • macht Blutungen stärker und schmerzhafter
  • fördert aufsteigende Infektionen

5) Sterilisation

Einzige gleichwertige Verhütung bei Mann und Frau, Durchtrennung der Eileiter bzw. der Samenleiter;

Pearl-Index: unter 0,1

Unterschied:
die Frau ist am Tag der Operation bereits unfruchtbar; der Mann erst einige Wochen später – daher nach 6 Wochen urologische Kontrolle und danach erst sicher;

Vorteil:

  • kein Einnahmeproblem
  • selten Nachwirkungen (Zyklusstörungen)

Nachteil:

  • Operations- u. Narkoserisiko
  • Rückoperation hat geringe Erfolgsraten